Liebe Leserinnen und Leser!

von Ute Lenke

Gern wird der Übergang von jahrzehntelanger Arbeit in den „wohlverdienten“ Ruhestand scherzhaft auch als Unruhestand bezeichnet, und nie fehlt es an guten oder schlechten Ratschlägen, wie der Übergang erfolgreich zu meistern sei.

Tatsächlich wird dieser Lebensabschnitt doch oft krisenhaft erlebt: da rächt sich der Körper mit Krankheiten für Überarbeitung, nicht auskurierte Erkrankungen; die Zahl der Ehescheidungen nimmt ab 60 zu, denn man hat sich auseinandergelebt; statt der Kinder sind Enkelkinder zu versorgen, die eigenen Eltern werden pflegebedürftig. Oft reicht auch die Rente kaum zum Leben.

Einen Unterschied macht es, wer in den Ruhestand geht. Männer wollen sich nach langer Berufstätigkeit oft nur zurücklehnen, ausruhen. Bekanntes Beispiel: Loriots Sketch „Ich will hier nur sitzen“ . Loriot zeichnet allerdings auch das andere Bild in seinem Film „Pappa ante Portas“, in dem der umtriebige Manager nach der Pensionierung zuhause den Chef spielt und die Familie in den Wahnsinn treibt.

Für Frauen sieht es dagegen manchmal anders aus: ihre Arbeit als Hausfrau – auch wenn sie berufstätig war oder noch ist – geht weiter. Frauen kümmern sich häufig auch viel früher als ihre Ehemänner um Hobbys, treiben Sport, treffen sich mit Freundinnen, haben Ehrenämter, kurz: sie sind beschäftigt und der Mann zuhause stört.

Ob man statt von Ruhestand oder von Unruhestand spricht, ist auch eine Frage der Perspektive: Unruhe verbreiten manche Rentner tatsächlich häufig aus Sicht ihrer arbeitenden Mitmenschen: Rentner haben nie Zeit, Rentner kaufen zur Hauptgeschäftszeit ein und blockieren die Kassen, Rentner besetzen die besten Plätze in der Uni, wissen alles besser und bevölkern Strände und Urlaubsorte – könnten die nicht „endlich Ruhe“ geben?

Rentner dagegen verstehen unter Ruhe, dass sie nun „endlich Ruhe“ haben vor den Ansprüchen von Arbeitgebern und Kollegen, Zeit für sich selber und das, was ihnen für den Rest ihrer Lebenszeit wichtig ist. Zwar werden Krankheiten und physischer wie psychischer Stress nicht mehr so leicht weggesteckt, entscheidend für ein „erfolgreiches“ Rentnerdasein bei möglichst guter Gesundheit ist ein Faktor, der gerade von Jüngeren oft vergessen wird: Freude. Freude am Leben, an all den Dingen, die man sich unter seinem (Un-)Ruhestand vorgestellt hat.

Lesen Sie selbst, wie „unsere“ Rentner und Rentnerinnen den Spagat zwischen dem wohlverdienten RUHEstand und dem spannenden Leben im UNRUHEstand schaffen.

Beachten Sie auch unsere Hinweise in der "Vorschau" auf der Titelseite.


Die Redakteur/-innen der Ausgabe waren:

Dietrich Bösenberg

Dorothee Durka

Helmke Hennig

Horst Hoppe

Eva Hrabal

Cornelia Kutter

Ute Lenke

Markus Marquard

Bernhard Peitz

Maja Prée

Maria Schmelter

 

Redaktion: Ute Lenke

 

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Technik: Ute Lenke