Gesprächsrunde "Brückenbauen"

von Maria Schmelter

Talk Brückenbauen  Für eine  gute Gesundheit

 

 

Gesprächsteilnehmer

Ulla Schmidt MdB Bundesministerin a.D.

Prof. Dr. Andreas Kruse Direktor des Instituts für Gerontologie, Uni Heidelberg

Franz Müntefering Bundesminister a.D., Vorsitzender  der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen

Prof. Dr. Annelie Keil Gesundheitswissenschaftlerin

Über den Inhalt

Frau Schmidt undH  H. Müntefering stellten die Wichtigkeit der Prävention für die Entwicklung einer guten Gesundheit heraus. Es sollten genügend Angebote zur Prävention bereit  gestellt werden, aber die Älteren müssten diese Angebote auch nutzen.

 

Prof. Keil hielt der Betonung der körperlichen Fitness entgegen, „Ich möchte nicht mit Rolle rückwärts in den Sarg springen.“ Ihr erschien es wichtig auch die geistig, seelischen Kräfte im Menschen zu fördern, die ein sinnvolles Leben im Sinne der WHO Definition: Gesundheit ist Wohlbefinden, ermöglichen.

 

Schmidt und Müntefering sprachen sich für ein Konzept für eine zukunftsfähige Pflege aus. Analog zum Elterngeld sollte eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige gezahlt werden. Durch eine gemeinsame Ausbildung für Kranken- und Altenpflege sollten die Pflegeberufe eine Aufwertung erfahren. In der Entwicklung dieser Inhalte gäbe es in der Politik kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem.

Prof. Kruse stellte als wichtiges Ergebnis des 7. Altenberichts dar, dass die Kommunen in die Lage versetzt werden müssten, ihre Aufgaben der Daseinsfürsorge für alle Generationen, erfüllen zu können. Gleichzeitig müssten alle Individuen aufgerufen werden, ihren Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.

Prof. Keil plädierte dafür, auch die Abschiedlichkeit des Lebens und das Angewiesen sein auf Hilfe mitzudenken. „Wir werden alle als Pflegefall geboren“. Für die Bewältigung werden neben den Familien, auch Nachbarschaften und Freundesnetze gebraucht. Eine Ethik für eine Kultur des mitmenschlichen Sorgens, sei zu entwickeln.

Frau Schmidt und Herr Müntefering formulierten, dass für ein selbstbestimmtes Leben eine barrierefreie, inklusive Gesellschaft entwickelt werden müsste, in der das Wunsch-und Wahlrecht des Einzelnen im Vordergrund stünde.

Prof. Keil erweiterte dies um die notwendige „Barrierefreiheit im Gehirn“, denn die sich wandelnden Lebenssituationen erforderten immer wieder neue Bewältigungsstrategien. Dies zu erlernen mache das Leben leichter.

Mein Fazit

Politik muss die Grundlagen schaffen, dass eine sorgende Gesellschaft, in die sich jeder nach Kräften einbringt, möglich wird. Dies ist eine Gegenbewegung zur weiteren Individualisierung und Vereinsamung in der Single Gesellschaft.

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