Bulgariens große Vergangenheit

Gebiet der Thraker

von Annemarie Werning

 

In dem Gebiet des heutigen Bulgariens lebten schon in der Bronzezeit Stämme der Thraker.

Tempelruinen in Perperikon

Das Älteste bekannte Zentrum der Thraker aus der Spätbronzezeit befand sich auf dem Felsplateau von Perperikon in Südbulgarien. Dort standen der Königspalast, ein dem Gott Dionysos geweihter Tempel und Orakelschreine.



Schätze aus dem Museen

Goldkette, ausgestellt im Archäologischen Museum in Varna

Schon in der Ilias (8. oder 7. Jhd. v. Chr.) werden die Thraker als Meister der Metallverarbeitung beschrieben, die in Waffen und Pferde vernarrt waren. Von ihrer Kunstfertigkeit zeugen zahlreiche Funde.

Bedeutend sind der 1985 zufällig von einem Traktorfahrer im nordbulgarischen Dorf Rogosen gefundene 20 kg schwere Silberschatz, der im historischen Museum von Vraza besichtigt werden kann,sowie die im archäologischen Museum in Varna ausgestellten Goldkette.

Bestattungskultur

Grab von Sveshtari mit Karyatiden

Thraker glaubten an ein Weiterleben nach dem Tod,

Herodot hat berichtet, dass die Frau, die von den Freunden des Toten als dessen Lieblingsfrau ausgewählt wurde, am Grab von ihren nächsten Verwandten getötet und dann zusammen mit ihrem Ehemann begraben wurde.

Die Herrscher der Thraker wurden in Grabhügeln bestattet. Ein langer Gang führte in die eigentliche Grabkammer mit runder Kuppel.

Eines der schönsten thrakischen Gräbern ist das von Kasanlak mit seinen Deckenmalereien, ein anderes das von Alexandrovo.

Einzigartig ist das Grab von Sveshtari im Norden Bulgariens mit seinen halb menschlichen, halb pflanzlichen Karyatiden.  

 


Die nachrömische Zeit

Im Jahr 46 n. Chr. wurde Thrakien eine Provinz des römischen Reichs, nach der Teilung des Römischen Reichs gehörte es zu Ostrom und später zum Byzantinischen Reich. Davon zeugen u.a. das Bühnentheater von Plovdiv, die Festungsanlage von Arbritus und die aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. stammende Grabkammer von Durostorum-Silistra am Donaulimes.

Nach einem Ansturm von Goten, Hunnen und Awaren wanderten Ende des 6. Jahrhunderts Slawen und schließlich Protobulgaren ein. Khan Asparuch gründete 679 das erste bulgarische Reich. Dieses reichte in seiner Blütezeit vom Schwarzen bis zum Adriatischen Meer und im Süden bis zum Peloponnes.



Foto: Autorin
Dargestellt sind die beiden Grabinhaber in spätantiker Tracht mit Dienerfiguren, die Kleidungsstücke, Schmuckkasten und Gefäße herantragen

Chistliche Zeit

Kirche Christus Pantokrator in Nesebar am Schwarzen Meer

Bereits im 4. Jahrhundert breitete sich das Christentum in Bulgarien aus. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts wurde die bulgarische Kirche mit ihrem Patriarchen selbständig. Von dort aus erfolgte auch die erste Verbreitung des kyrillischen Alphabets.Im Jahr 1018 wurde Bulgarien vom Byzantinischen Reich unterworfen.   1187 wurde die bulgarische Eigenständigkeit wiedergewonnen. Bulgarien stieg danach zeitweise zum größten Staat in Südosteuropa auf.   Hauptstadt wurde Tarnovo. Dort errichtete der Patriarch eine riesige Befestigungsanlage.Viele schöne Kirchen wurden errichtet. Hier die Kirche Christus Pantokrator in Nesebar am Schwarzen Meer und die Ikone der Muttergottes Eleusa aus Nesebar.

Osmanische Zeit

Die Selbständigkeit Bulgariens endete 1396 mit der Eroberung des Landes durch das Osmanische Reich. Das „osmanische Joch“ dauerte bis 1877. Während der osmanischen Herrschaft wurde die einheimische Bevölkerung stark unterdrückt. Es galt die Scharia, alle bestehenden Kirchen wurden in Moscheen umgewandelt, neue christlichen Kirchen durften nicht höher sein als ein Reiter auf einem Pferd, so die Kirche in Arbanasi aus dem 17. Jahrhundert.
1762 begann, ausgelöst durch die Verbreitung eines von einem Mönch verfassten Buchs zur slawisch-bulgarischen Geschichte die „Nationale Wiedergeburt“, Gestützt von der Kirche bildeten sich revolutionäre Zellen, es kam zu verschiedenen Aufständen, die allerdings niedergeschlagen wurden. Mit Hilfe der russischen Armee gelang es den Widerständlern schließlich 1878, die Osmanen aus Bulgarien zu vertreiben.

Entscheidend war die Schlacht am Schipkapass. Dort widerstanden 6000 bulgarischen Freiheitskämpfer dem osmanischen Heer solange, bis die russische Armee den Pass einnehmen konnte.

Kirche in Arbanasi aus dem 17. Jahrhundert:nicht höher als ein Reiter auf einem Pferd. einem Pferd,

Links und Quellen:

http://www.bulgarien-erleben.de/bulgarien,perperikon,156.html
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Rogozen_treasure?uselang=de
https://de.wikipedia.org/wiki/Goldschatz_von_Panagjurischte
http://bnr.bg/de/post/100153283/das-grabmal-von-kazanlak-einzigartiges-denkmal-der-thrakischen-kunst
https://de.wikipedia.org/wiki/Thrakergrab_von_Alexandrowo


Alle Bilder: eigene Fotos der Verfasserin

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