E-Book

von Bernhard Peitz

Das E-Book erfreut sich zunehmender Beliebtheit, aber was versteckt sich hinter diesem Begriff? Was sind die Erfolgsfaktoren und was ist bei der Anschaffung der Hard- und Software zu beachten?

Definition

E-Books sind alle veröffentlichten Dokumente (Publikationen), die bisher in bestimmten Auflagemengen gedruckt wurden und nun zusätzlich, oder ausschließlich in elektronischer Form veröffentlicht werden. Dies können Bücher, Romanhefte, Comics, Tageszeitungen, Zeitschriften oder wissenschaftliche Arbeiten sein. Zum Lesen dieser Dokumente benötigt man einen PC (z.B. Desktop, Laptop, Tablet) mit entsprechenden Programmen, oder ein spezielles Lesegerät, einen „E-Book Reader“.

E-Book Reader

Im Gegensatz zu den aktiven TFT-Bildschirmen der PC-Varianten, deren Pixel ständig mit Strom versorgt werden müssen damit sie am Leuchten bleiben, arbeiten die E-Book Reader mit passiven Anzeigeelementen, die nur zum Zustandswechsel (z. B. Seitenwechsel) einen kurzen Stromimpuls benötigen. (siehe Foto 1). Diese Anzeigetechnik bezeichnet man als elektronische Tinte (e-Ink.). Ohne eine weitere Ansteuerung bleibt der eingestellte Zustand mehrere Monate erhalten. Die Anzeige ist wie Papierdruck sehr augenfreundlich und absolut flimmerfrei. Zurzeit gibt es diese Geräte nur mit schwarz/weiß-Anzeige. Weil die Schrift selbst nicht leuchtet, ist sie wie Papierdruck nur bei Tageslicht oder entsprechender Beleuchtung lesbar. Die Geräte haben deshalb einen extrem niedrigen Stromverbrauch und brauchen meistens wochenlang nicht an das Stromnetz. Neuere Lesegeräte besitzen eine zuschaltbare integrierte Beleuchtung. Die Bildschirmdarstellung ist auf Text optimiert. Grafiken werden nur unzureichend dargestellt.

Die Erfolgsfaktoren von E-Books

Für die Verlage bedeutet es, dass praktisch keine Produktionskosten mehr anfallen (keine auflagenabhängige Druckkosten, keine Lagerkosten, keine Versandkosten).
Für den Kunden bedeutet es, dass er ohne den üblichen Papierballast Hunderte von Büchern auf einem handlichen Gerät ständig mitführen und nach Belieben darin wühlen kann. Raumfüllende Bücherregale gehören der Vergangenheit an. Per Stichwortsuche werden Bücher, Kapitel oder einzelne Inhalte angezeigt. Je nach Bedarf sind verschiedene Schrifttypen und Schriftgrößen einstellbar. Neben der Stichwortsuche sind Lesezeichen, Wörterbücher und Notizen selbstverständlich an Bord. Es fehlt allerdings das „Papierfeeling“ beim Lesen.

Die Auswahl der Hardware

Bei der Auswahl der Hardware ist ein besonderes Augenmerk auf die Anwendung zur richten.
Bei Publikationen mit hohem Grafikanteil wie Zeitschriften, Reisejournalen oder interaktiven Kinderbüchern bieten sich die PC-Varianten an. Bei reinen Textdateien ist der E-Book Reader die bessere Wahl.
PDF-Dateien sind in der Regel auf A4 optimiert. Bei kleineren Bildschirmen wie E-Book Reader sind sie in Vollansicht kaum lesbar. Im Zoom müssen sie dann umständlich in allen Richtungen gescrollt werden. Für E-Books haben sich zwei Dateiformate durchgesetzt. Das EPUB-Format ist ein offener Standard, der von vielen freien Autoren, unabhängigen Buchhändlern, Tageszeitungen, Zeitschriften und öffentlichen oder privaten Leihbüchereien verwendet wird. Das AMZ-Format von Amazon. Mit ihm stehen kostengünstig angebotene Bücher zum Kauf bei Amazon bereit. Die Formate EPUB und AMZ sind untereinander nicht kompatibel. Mit der Anschaffung des Gerätes für das eine oder andere Format legt man sich also auf eine der beiden E-Book-Welten fest und das will gut überlegt sein.

Nutzung der Software

Bei Geräten mit WLAN oder SIM-Card erfolgt die Beladung direkt aus dem Internet. Bei Geräten ohne Funkzugang erfolgt sie vom PC aus über ein USB-Kabel. Gekaufte E-Books werden verschlüsselt auf dem Gerät gespeichert. Ein vom Lieferanten zertifizierter DRM-Server (DRM = Digital Rechte Manager) schaltet die Software personenbezogen frei. Danach ist die Datei auch ohne Internetzugang auf dem Gerät lesbar. Bei der Nutzung der Datei auf einem anderen Gerät erfolgt automatisch eine erneute Prüfung der personenbezogenen ID durch den DRM-Server. Ein Buch kann so unter einer Ein Buch kann so unter einer Nutzer ID durchaus auf mehreren Geräten gleichzeitig gelesen werden. DRM geschützte Bücher können aber nicht weiterverkauft, verschenkt oder vererbt werden.
Zeitungen und Zeitschriften werden in der Regel über ein Abo mit Username und Passwort freigeschaltet. Bei Leihbüchereien erfolgt die Freischaltung ebenfalls über Username und Passwort, gleichzeitig wird aber auch eine zeitliche Begrenzung eingeschaltet. Nach Ablauf der Ausleihezeit wird über den DRM-Server der erneute Aufruf der Datei gesperrt.

 

Bilder: Eigentum des Verfassers

Zurück