von Mechthild Trilling
Seit der Generation unserer Eltern hat sich das Leben von Senioren rasant und
sehr positiv verändert.
Wurde bei den bisherigen Generationen jemand alt und konnte nicht mehr gut gehen oder Rad fahren, so gab es vielleicht einen Handstock. Wurde das auch zu unsicher, so blieb den Menschen nur das eigene Zuhause. Im ländlichen Raum saß man auf der Bank vor dem Haus und konnte mal mit den Nachbarn schwatzen. Sonst bedeutete es aber sehr oft warten auf den Besuch von Kindern oder Freunden.
Heute hat jeder, der nicht ganz stabil gehen kann, einen Rollator. Damit ist
die Gefahr des Stürzens sehr verbessert und viele Menschen werden wieder in die
Lage versetzt, Einkäufe zu erledigen oder sich zu bewegen.
Auch für die Menschen, die schlecht hören können, hat sich die Technik rapide
verbessert. Ein Hörgerät wird heute individuell angepasst und ist kaum noch zu
sehen, während es früher sehr auffiel.
Auch Telefon und Haustürklingeln haben heute Verstärker für Schwerhörige bzw.
Lichtsignale.
Heute kann ein alter oder kranker Mensch mit einem Hausnotrufsystem verbunden sein. Dazu hat man einen
Notrufknopf, der an einer Schnur um den Hals oder am Handgelenk getragen wird
und durch dessen Aktivierung Kontakt hergestellt wird, über den die notwendige
Hilfe erreicht wird. Das muss nicht immer ein lebensbedrohlicher Zustand sein,
da reicht auch oft ein Sturz, sodass man Hilfe braucht.
Für herzkranke Patienten gibt es heute schon Telemedizin
Damit werden die Daten des Patienten elektronisch übermittelt und die Patienten
fühlen sich sicherer.
Fernsehen und Hörfunk bieten uns heute eine ungeheure Vielfalt. Da wäre es für Alte und Kranke sehr beschwerlich, für jeden Programmwechsel zum Gerät zu gehen. Nein, heute tippt man einmal auf die Fernbedienung und das Programm wird gewechselt. Auch für Steckdosen gibt es solche Fernbedienungen, das ist besonders hilfreich, wenn der Schalter schlecht zu erreichen ist.
Waren früher Kinder und Enkel viele Kilometer weit von den Eltern entfernt, so wurde höchstens einmal in der Woche ein kurzes Gespräch geführt, denn Telefonieren war teuer. Außerdem musste man den Hörer die ganze Zeit festhalten und neben dem Telefon stehen oder sitzen. Heute haben wir fast alle eine Flatrate, die uns gegen eine monatliche Pauschale telefonieren lässt, soviel wir wollen. Und das Gerät ist auch viel bequemer. Nicht nur, dass man es bequem von einem Platz zum anderen mitnehmen kann, man sieht auch bei einem Anruf gleich, wer mit uns sprechen will. Telefonnummern muss man sich nicht mehr merken, denn jedes Telefon hat ein eigenes Telefonbuch, in das man die Nummern speichern kann. Außerdem kann man die meisten Geräte heute auch auf Raumton einstellen, sodass ein möglicher Partner im Zimmer am Gespräch beteiligt werden kann. Da ist es gar kein Problem mehr, dass die Großeltern sich in aller Ruhe von den Enkelkindern erzählen lassen, wie der Martinszug war und vielleicht sogar noch die Lieder vorgesungen werden.
Hatten unsere Eltern im Rentenalter Zeit und Lust zu fotografieren, so musste
doch sehr gut überlegt werden, welche Bilder gemacht wurden, denn die Kosten
für Film und Entwicklung schossen bei vielen Bildern schnell nach oben. Heute
benutzen wir eine digitale Kamera. Diese Geräte sind meistens klein und leicht,
sodass sie beim Spaziergang nicht belasten. Es gibt gute und erschwingliche
Kameras, die kinderleicht zu bedienen sind. Besonders wichtig finde ich aber,
dass es praktisch keine Folgekosten für die Bilder gibt. Selbst wenn jemand
keinen Computer hat, kann man meistens im Fernseher oder DVD-Player die
Speicherkarte einlegen und die Bilder am Bildschirm ansehen.
Mit einem Computer kann man dann mit den Bildern noch sehr kreativ umgehen. Auch
ausstellen kann man heute Bilder, die man gerne zeigen möchte, im Internet mit wenigen Klicks.
Besonders viele Erleichterungen im Zusammenleben erfahren wir durch die
Benutzung des Computers. Auch Menschen, die nicht mehr viel reisen können, sind
durch den Computer mit weit entfernten Verwandten verbunden. Als Bekannte von
mir hier in Deutschland ein Urenkelkind in den USA bekamen, hatten sie wenige
Stunden nach der Geburt ein Bild vor Augen. Meine Enkelin verbrachte ihre ersten Lebensjahre viele Hundert Kilometer von mir entfernt.
Durch Skype und den Computer kannte sie mich aber so
gut, dass sie mich, kaum, dass sie sprechen konnte, aufforderte, sie auf den Arm zu nehmen, am Bildschirm
wohlgemerkt.
Auch Freunde, die sich im Laufe des Lebens weit von uns entfernt haben, können
wir über Skype und Facebook treffen.
Aber über diese Medien auch neue Menschen kennenlernen, die gleiche Interessen
haben, ist kein Problem. Und natürlich gibt es auch diverse Websites ganz
speziell für Senioren, die sich ausschließlich mit seniorenrelevanten Themen
befassen, aber auch als Treffpunkt und Partnerbörse fungieren.
Über das Internet haben aber gerade auch Menschen, die körperlich eingeschränkt
sind, jede Möglichkeit, Einkäufe zu erledigen. Dann bringt der Postbote in der
Regel nach wenigen Tagen das Paket.
Besonders spannend finde ich es, wie man heute Fragen beantworten kann, die im
Alltag doch immer wieder auftauchen. Musste man früher selbst die nötigen
Bücher besitzen oder in die nächste Bibliothek gehen, um Fragen zu beantworten
oder Themen zu recherchieren, so kann man das heute sehr bequem und umfassend
über das Internet und damit sein Wissen erweitern. Fast alle Zeitschriften und Zeitungen haben umfassende Websites.
Diejenigen, die zwar körperlich nicht mehr so leistungsfähig und mobil wie in jungen Jahren sind, können heute trotzdem Sinnvolles tun, weil wir die Möglichkeit haben, über das Internet mit weit entfernten Menschen zusammenzuarbeiten und gemeinsam Projekte zu entwickeln und zu verwirklichen. Das LernCafe ist dafür ein ganz besonderes Beispiel. Wir tauschen uns per Mail aus, diskutieren in Foren, konferieren per Skype, stellen unsere Arbeitsergebnisse während des Prozesses auf unserer Plattform allen Beteiligten vor und fügen das fertige Ergebnis in die Website ein, um es zu veröffentlichen und unseren Leserinnen und Lesern zur Verfügung zu stellen. Solche Projekte gibt es viele, denn über das Internet gibt es fast keine Grenzen der Zusammenarbeit und ganz viele Möglichkeiten zu lernen. und das ein Leben lang.
Auch wenn man sich manchmal erst bemühen muss, den Umgang mit der modernen
Technik zu erlernen, und die Entwicklung so rasant ist, dass man kaum folgen
kann, so ist es doch wunderbar, welche Möglichkeiten wir heute als Senioren
haben, uns am Leben zu beteiligen – wenn wir denn wollen.
Jeder kann lernen, mit diesen Dingen umzugehen, auch wenn es etwas Mühe kostet.
Mir ist immer unverständlich, wie jemand auf die Kommunikation mit dem Computer
verzichten kann, und ich würde mir wünschen, wir fänden Wege, dieses Wissen
auch bei anderen Senioren zu verbreiten.
Kommentare
Kommentar von carmen_ulm | 14.01.2012
Danke, Mechthild, dass du dein Wissen im Bereich PC und Internet so sachkundig und engagiert bei der LernCafeRedaktion und bei den VilE-Kursen einbringst!