Arbeiterskulpturen im Stadtbild

von Erna Subklew

Während Europa im ausgehenden 19. Jahrhundert sich noch weitgehend mit bürgerlicher Kunst beschäftigte und  Deutschland sich dem Jugendstil widmete, schuf Constantin Meunier, ein Belgier, bereits Skulpturen der arbeitenden Bevölkerung. Zwei seiner Skulpturen stehen in Frankfurt.

Der Hafenarbeiter

Hafenarbeiter
Hafenarbeiter

Frankfurt kann sich glücklich schätzen, zwei der Skulpturen Meuniers zu besitzen, den Hafenarbeiter und den Sämann, das Mäzenatentum wurde hier hochgehalten.
Kaum jemand wird auf den ersten Blick vermuten, dass Frankfurt bis vor kurzem zwei Binnenhäfen hatte, kurz Ost- und Westhafen genannt. Im Westhafen verband die Friedensbrücke die zwei Uferseiten des Mains. An der nördlichen Seite, flussabwärts, stand und steht wieder die Bronzeplastik des Hafenarbeiters. Sie ist etwas über mannsgroß und stellt einen Lastenträger dar. Er trägt die gewöhnliche Arbeitskleidung, Kopf und Nacken sind von einem zur Kapuze gefalteten Sack geschützt, so wie es damals üblich war.
Seit 2012 bekleiden einige strickbegeisterte Menschen den Hafenarbeiter zu jeder Jahreszeit mit der für die jeweiligen Temperaturen notwendigen gestrickten Kleidung. Zunächst wollte die Stadt dies verbieten, besann sich aber dann eines besseren und so wartet man in jeder Jahreszeit auf die nächste Kleidung.

Der Sämann

Sämann
Sämann

Im Günthersburg-Park steht auf einem Steinsockel, vor einer Baumgruppe in der Nähe des Einganges, die vom gleichen Künstler geschaffene Skulptur „der Sämann“.
Die Figur zeigt einen ausschreitenden Landarbeiter, der die Saat verstreut. Hafenarbeiter und Sämann hat Leo Gans, Leiter der Casella-Werke, der Stadt Frankfurt gestiftet. Für beide Skulpturen stellte er im Jahre 1899 150.000 Goldmark zur Verfügung. Ähnliche Skulpturen gibt es auch in anderen Städten wie Dresden, Antwerpen Stockholm, Kopenhagen und Lima.

Der Hammering Man

Noch eine andere Skulptur, die in der Nähe der Messe steht, gibt Zeugnis von einem arbeitenden Menschen: Der Hammering Man. Die Skulptur ist wesentlich größer als die beiden Bronzefiguren, nämlich 23m hoch und 32 Tonnen schwer. Obwohl die Plastik noch in sechs anderen Städten steht, ist die in Frankfurt die größte. Sie ist das Werk von Jonathan Borowsky, der es 1991 schuf. Die Skulptur zeigt die Silhouette eines arbeitenden Mannes, der in regelmäßigen Abständen mit seinem Hammer auf etwas schlägt. Die Bewegung wird von einem Motor erzeugt. Die Figur ist aus hohl auf einander liegenden Platten gefertigt, sie ist ein Symbol für die Arbeit und ruft zur Solidarität mit dem schaffenden Menschen auf. .

Mehr über die „arbeitenden Männer“ können Sie hier erfahren http://www.schwarzaufweiss.de/bruessel/constantin-meunier_museum.htm

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