BAGSO das heißt „Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen“ und ist der Dachverband von über 100 Altenverbänden in Deutschland. Die BAGSO wiederum ist Mitglied in Europäischen Institutionen wie AGE, EWSA und hat einen Sonderberatungsstatus.
Vor 22 Jahren musste die jetzige BAGSO - Vorsitzende Prof. Dr. Ursula Lehr als
Ministerin ihre Ministerkollegen noch davon überzeugen, dass ebenso wichtig wie
die bereits erschienenen Familien- wie Jugend- und Kinderberichte, auch ein Altenbericht
wäre. Im Juni 2011 wurde auf Einladung der BAGSO bereits der Sechste Altenbericht
diskutiert, der den Namen „Altersbilder“ trägt. Die zuvor erschienen heißen:
Die allgemeine Situation älterer Menschen in der Bundesrepublik,
Wohnen im Alter,
Alter und Gesellschaft,
Hochaltrigkeit und Demenz und
Potenziale des Alters.
Im Sechsten Altenbericht werden die Altersbilder in sieben Bereichen genauer erfasst,
nämlich in Zivilgesellschaft, Bildung, Weiterbildung und Arbeitswelt,
Konsumverhalten und Medien, Gesundheit, Versorgung und Pflege, Recht und
Altersbilder, Christliche Kirchen und Religionen und Politik.
Vier der Bereiche wurden bei der Fachtagung, die die Konsequenzen für die
Praxis zum Inhalt hatte, besprochen.
Die Fachtagung war, sowohl was die Experten betrifft als auch ihre Teilnehmer, von bedeutenden Personen besucht. Den Einführungsvortrag hielt Prof. Dr. Andreas Kruse und unter den Besuchern befand sich Exminister Müntefering.
Der Vorsitzende der Sechsten Altenberichtskommission Prof. Kruse nannte als
Ziel der Kommission die bestehenden negativen Altersbilder durch positive
Bilder zu ersetzen.
Selbstverantwortliches Leben im Alter bedeutet, unter den richtigen
Rahmenbedingungen und dem entsprechenden eigenen Verhalten, ein möglichst
selbständiges Leben zu führen.
Die Empirie zeigt, dass mit zunehmendem Lebensalter die physiologische, psychologische und biologische Variabilität
wächst. Das bedeutet, dass die Rahmenbedingungen ebenso variabel sein müssen,
um den Menschen zu ermöglichen, in beruflicher Arbeit und in der Freizeit das
zu tun, was ihrer Kompetenz und Motivation entspricht.
“Die Heterogenität im Alter ist so stark ausgeprägt, dass es nicht mehr
angemessen ist, ein bestimmtes Lebensalter nennen zu wollen, ab dem ein Ausschluss von medizinisch-pflegerischen
Leistungen stattfindet", sagte Prof. Dr. Kruse.
Nach diesem Vortrag sprach ein Vertreter des BFSFJ. Seine Aussage in Bezug auf
demenziell erkrankte ältere Menschen lässt sich so zusammenfassen: Der
Bundesregierung ist die Lebensqualität dieser älteren Menschen in den Einrichtungen
der Altenhilfe ein Anliegen. Sie möchte ein neues Bild von pflegebedürftigen
Menschen prägen und transportieren.
Es wurden vier Foren gebildet, die folgende Themen diskutierten:
Altersbilder in der gesundheitlichen Versorgung,
Altersbilder in Medien und Werbung,
Altersbilder und Altersgrenzen,
Altersbilder in christlichen Kirchen und Religionen.
Um die Potenziale für mehr Gesundheit im Alter auszuschöpfen, ist eine differenzierte und vorurteilsfreie Wahrnehmung der Ressourcen älterer Menschen und deren gezielte Nutzung notwendig. Gleichzeitig bestimmt auch das Selbstbild die Einstellung zur eigenen Gesundheit und zur Verantwortung für das eigene Handeln Um die gesundheitliche Versorgung zu gewährleisten, gilt es, die psychotherapeutische Versorgung sowie die Versorgung demenziell Erkrankter zu verbessern, die Medizin individuell abzustimmen, Rehabilation und Pflege zu verbinden und Multimorbidität und Polypharmazie zu beachten.
Bei der Betrachtung der Lebensumstände muss von unterschiedlichen Altersbildern ausgegangen werden. Ältere Menschen profitieren von dem Gebrauch neuer Medien. Sie setzen sie anwendungs- und zielorientiert ein. Bildung, sozialer Status und Berufserfahrung spielen bei dieser Gruppe eine Rolle. Den anderen muss man den Zugang zu den Medien erleichtern und sie zu ihrem Gebrauch motivierern.
Unsere Rechtsordnung ist im Wesentlichen altersneutral ausgerichtet. An diesem Grundsatz soll festgehalten werden, da Altersgrenzen unangemessen pauschalieren. Schwerpunkte der Diskussion waren die Altersgrenzen in der Arbeitswelt und im ehrenamtlichen Bereich, der Umgang mit Vergünstigungen und ihre Konsequenzen. Eine Flexibilisierung des tatsächlichen Renteneintritts ist sinnvoll und notwendig.
Dieses Forum befasste sich mit den Altersbildern in den christlichen Kirchen.
Rein zahlenmäßig sind die Älteren in den christlichen Kirchen eine besonders
große Gruppe, die auch ehrenamtlich sehr aktiv ist und eine wichtige Rolle
spielt.
Darüber hinaus nehmen die Kirchen eine wichtige anwaltliche Funktion für die
Älteren wahr.
Mein Anliegen mit der Beschreibung der Dokumentation der Fachtagung ist es, sie
im LernCafe vorzustellen und die Leser zu motivieren, sich eingehender mit ihr zu
beschäftigen. Gleichzeitig möchte ich auf die BAGSO Nachrichten 04/2011 hinweisen,
die das Thema Religiosität und Spiritualität im Alter ausführlich behandelt.
Die Dokumentation der Fachtagung kann man kostenlos bestellen bei:
BAGSO
Bonngasse 10
53111 Bonn oder per E-Mail
massion@bagso.de
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