Der Weg zur Digitalfotografie

von Roma Szczocarz

„Im Licht, durchs Licht, zum Licht“ war der Wahlspruch von Herman Krone, einem deutschen Fotopionier und Wissenschaftler.

Camera obscura

Camera obscura
Camera obscura

Die Geschichte der Fotocamera ist direkt mit der geschichtlichen Entwicklung der Fotografie verbunden. Tatsächlich ist die Camera obscura der älteste Vorgänger
der modernen, fotografischen Kamera. Das Wort Camera obscura kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Camera, also „Zimmer, Gewölbe“; obscura „dunkel“. Sie besteht aus einem innen geschwärzten Kasten, in den durch ein kleines Loch Licht auf die gegenüberliegende transparente Rückwand trifft. In dem Loch kann eine Sammellinse angebracht sein. Leider ist das Bild lichtschwach und nur bei ausreichender Abdunklung gut zu sehen.
Diese Urform der Fotocamera wurde bis ins 19. Jahrhundert verwendet.
Camera obscura

Entdecker der Fotografie

Daguerre.
Daguerre.

Die Franzosen Nicephore Niepce und Louis Daguerre gelten als die Pioniere der Fotografie. Beide entwickelten die ersten Techniken und chemischen Methoden, die es ermöglichten Bilder festzuhalten. Dem französischen Aristokraten Niepce gelang es, mit Hilfe einer mit Asphalt, Jod und Silber beschichteten Kupferplatte das erste Bild zu aufzunehmen. Diese Methode erforderte eine stundenlange Belichtungszeit (8 Stunden). Als nächstes, schon gemeinsam mit Daguerre, versuchten sie einen Weg zu finden, um die Belichtungszeiten zu verkürzen. Das gelang nur Daguerre ,  da Niepce verstarb. Nach zahlreichen Versuchen gelang es, die Belichtungszeiten auf 4 Minuten im Sommer und 15 im Winter zu reduzieren.
Die so genannte „Daguerreotypie“ war ein Meilenstein auf dem Weg zur Fotografie, aber dieser Erfolg hatte auch einen Schwachpunkt: Die Bilder, die mit der Daguerreotypie entstanden, waren Unikate. Diese Hürde hat William Talbot beseitigt. Der Entdecker benutzte ein Papier-Negativ-Positiv-Verfahren, das „Kalotypie“ genannt wurde.

Die Wende

Nach der Episode mit dem Plattenverfahren von Frederick Archer, für jedes Bild musste  eine neue Platte in den Fotoapparat eingelegt werden, trat im Jahr 1889 der Rollfilm auf. Er wurde von George Eastman und seinen Partnern entwickelt, damit man mehrere Bilder hintereinander aufnehmen konnte. Das wurde ein voller Erfolg. Dabei hatte George Eastman noch einen weiteren Einfall. Wer seinen Rollfilm vollgeknipst hatte, konnte den ganzen Apparat an Kodak einschicken und bekam wenig später die Abzüge und eine mit einem frischen Film bestückte Kamera zurück. Das führte dazu, dass die Fotografie sich im zwanzigsten Jahrhundert dynamisch weiterentwickelte und sehr populär zur interessanten Freizeitbeschäftigung wurde. Auch der Erste Weltkrieg  war zweifellos ein starker Impuls bei der Weiterentwicklung der Fotografien und Fotokamera.

Barnacks Kleinbildkamera

Die Erfindung des Rollfilms war ein guter Impuls zur weiteren intensiven Arbeit, um das Negativ-Format zu verkleinern und um die Fotografien nachträglich zu vergrößern.
Das gelang Oskar Barnack im Jahre 1915. Der Erfinder war damals Entwicklungsleiter bei der Firma Leica und entwarf die erste Kleinbildkamera. Aber erst im Jahr 1925 stellte Barnack die erste Leica fertig und  präsentierte sie offiziell.

Die bunte Revolution: Farbfilme

Eine weitere Firma, die heute als Synonym für Fotografie und Fotokameras gilt, trat auf den Markt: die Firma “Agfa“. Ihr gelang es im Jahr 1936 als erster einen Farbfilm zu entwickeln.

Digitalfotografie und Digitalkamera

Erst im Jahr 1963 stellte die weltweit bekannte Firma „Canon“ die erste Kamera mit automatischer Schärfeneinstellung vor. Im Jahr 1969 wurde die erste Digitalkamera von Williard Boyle und George Smith erfunden. So ist die Fotografie jetzt ein Teil der digitalen Welt geworden.
Zum Schluss eine kleine Anekdote:
Ein weltbekannter Fotograf Helmut Newton ist zum Abendessen eingeladen. Die Hausfrau sagt: „Ich gratuliere Ihnen zu Ihren Bildern, sie sind großartig. Sie haben sicherlich einen guten Fotoapparat!“ Nach dem Essen bedankt sich Newton: „Gnädige Frau, dass Essen war vorzüglich, Sie haben sicher gute Pfannen.“

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