Wendepunkte bei Gestalten der Bibel

von Elisabeth Grupp
In der Bibel finden wir viele Beispiele, wie sich Wandlungen im Leben der einzelnen Gestalten vollziehen können. Sie sind uns allen bekannt, doch hier möchte ich einmal im Zusammenhang darauf eingehen.

Der Weg ist das Ziel

Das sich selbst gesteckte oder auch ein vorgegebenes Ziel ist vorstellbar, jedoch der Weg dahin liegt meistens im Dunkeln. Der Gedanke an das Ziel kann Freude, Erwartung, Hoffnung aber auch Furcht und Unsicherheit hervorrufen. Ist der Weg lang oder kurz, sandig oder steinig, breit oder schmal? Finde ich den Weg, oder lande ich in einer Sackgasse? Ein erster Schritt hierfür wäre zumindest, einen Aufbruch zu wagen. Zu verlieren gibt es hier nichts, lediglich braucht es Mut und Begeisterung, eine neue Erfahrung zu machen.

Jakob

Jakob im Schlaf; Wikimedia, gemeinfrei
Jakob im Schlaf; Wikimedia, gemeinfrei

Wer kennt nicht die Geschichte von Jakob aus dem Alten Testament. Er hatte sich mit einem Linsenessen das Erstgeburtsrecht von seinem Bruder Esau gekauft und mit List und Tücke den Segen seines Vaters erschlichen. Dafür musste er das Land verlassen und war viele Jahre unterwegs. Eines Tages hatte er den Traum der Himmelsleiter mit der Weisung, in sein Land zurückzukehren. Bevor er die Wende vollzog, rechtete er mit Gott. Er stellte viele Bedingungen, die ihm Gott erfüllte. Nach harten Kämpfen versöhnte sich Jakob mit seinem Bruder Esau und sie bildeten zwei Stämme.

Der verlorene Sohn

Ein weiteres Beispiel für einen Wendepunkt war der pubertierende Sohn der, als ihm in seiner jugendlichen Ungeduld alles zu viel wurde, zu seinem Vater sagte: “Gib mir mein Erbe.“ Schnell war das Erbe zerronnen und reumütig kehrte er danach zurück. Wichtig war die Demut des Sohnes, indem er seinen Vater um Verzeihung bat. Seine Worte waren nicht mehr: „Gib mir “ - sondern „Nimm mich, Vater, wieder auf.“

Vom Saulus zum Paulus

Albrecht Dürer, Paulus; Wikimedia, gemeinfrei
Albrecht Dürer, Paulus; Wikimedia, gemeinfrei

Einer der total umgekrempelt wurde, war Paulus. Er wurde geboren, als Jesus zehn Jahre alt war. Das Aufkommen der Christen war für ihn, wie auch für die Juden ein Dorn im Auge. Er verfolgte die Christen mit totaler Leidenschaft. Bei einer erneuten Verfolgungsjagd, wurde er auf dem Weg dorthin von einem Licht so geblendet, dass er zu Boden stürzte. Eine Stimme rief ihm zu: “Saul, warum verfolgst du mich?“ Durch die liebevolle Anfrage erreicht Jesus die Umkehr. Die Bekehrung vom Saulus zum Paulus macht deutlich, dass Jesus selbst Gegner zu seinen Boten macht.

Wendepunkte

Beispiele über Richtungsänderungen in allen Gebieten gibt es häufig. Wichtig dabei ist, nach dem Erkennen eine Sackgasse zu verlassen und durch eine einschneidende Änderung eine neue Richtung einzuschlagen, die uns hilft, ein gutes Ziel zu erreichen.

Kommentare

Kommentar von Uwe Bartholl |

Mir fiel bei "Wendepunkten" auch ein, was ich an biblischen Erzählungen dazu erinnere. Besonders radikal finde ich die knappen Aussagen, wenn Jesus zur Nachfolge auffordert und verlangt, dass der Angesprochene alles stehen und liegen lassen soll, auch Vater und Mutter verlassen, um die Nachfolge anzutreten. Dein Beitrag, Elisabeth, zeigt, das Wendepunkte wie ein Neustart sind auf dem weiteren Lebensweg. Und sicher, ohne Aufbruch passiert in Sachen Wende gar nichts.

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