Deutschland-Spanien mit dem Auto

von Marlis Föhr

Reisen auf bekannten und fremden Straßen ist eine Faszination, der man sich nicht entziehen kann. Man entdeckt immer wieder Neues, ist erfreut und beglückt.

Barcelona – Valencia/Spanien

Die Küstenstraße Kataloniens lohnt nicht nur wegen der weißen Strände und dem blauen Meer die Fahrt, sondern auch der Städte wegen, an denen man vorüber fährt und häufig eine Pause einlegt. Barcelona, eine alte Stadt mit einem neuen Gesicht. Ihre Lebensadern sind die Ramblas, Straßen, an denen Geschäfte und Markthallen ihren Platz haben. Kolumbus blickt von seiner Warte am Hafen, und immer wieder trifft man auf Bauwerke von Gaudi, einem Künstler, der Stadtpaläste und die Sagrada Familia schuf.
Die Stadtmauern von Tarragona, einer ehemaligen römischen Militärkolonie, erzählen von vergangenen Blütezeiten. Valencia, die drittgrößte Stadt Spaniens, ist Bischofssitz und Universitätsstadt und war im 15. und 16. Jahrhundert eines der wichtigsten Handelszentren im Mittelmeerraum.

Von Valencia über Alicante nach Malaga

Die Stadt Elche an der N 340 besaß den größten Palmenhain Europas. Wie in vielen anderen Orten Spaniens haben sich auch hier die „Palmenrüssler“, eine schädliche Käfernart, gewaltig vermehrt und viele Palmen vernichtet. Diese Käfer mit ihrer Brut schaffen es, das Innenleben der Palmen zu vernichten, bis nur noch eine Zerrbild stehen bleibt. Die Gemeinden müssen dafür sorgen, dass die befallenen Bäume sofort gefällt und verbrannt werden. Private Eigentümer werden aufgefordert, das gleiche zu tun. Auch wir mussten uns von vier großen Palmen trennen. Für Denia mit großen Werftanlagen und Kirchen aus dem 17. Jahrhundert, großen Orangenplantagen, lohnt ein Besuch. Bei der Weiterfahrt erreicht man nach 42 km Alicante. Ein sehr mildes Klima lockt viele Touristen das ganze Jahr über in die Stadt und ihre Umgebung.

Über die Berge

Wir verlassen das Meer und fahren über Murcia in die Bergwelt Spaniens. Auch hier sind die Straßen gut ausgebaut, jedoch weniger befahren. Zwar locken keine Strände, dafür jedoch viele Kulturdenkmäler in Städten wie Sevilla, Cordoba und Granada. Wir sind in Andalusien und können seinen ursprünglichen Zauber noch erleben. Es ist nicht mehr weit bis Malaga, unserem Ziel. Wir freuen uns an den weißen Dörfern und den vielen Spuren wechselnder Kulturen. Die Altstadt von Malaga wird von der Kathedrale beherrscht. 1881 wurde im Haus 15 der Maler Pablo Picasso geboren. Schöne Parkanlagen und subtropische Gärten spenden Erholung, wenn es im Sommer zu heiß wird. Wir müssen noch weiter in eine der Vororte, die den hübschen Namen Alhaurin de la Torre trägt, denn dort ist unser zweites Zuhause. Man sagt: „Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt“. Für uns ist das Wirklichkeit geworden.
In den Jahren, in denen wir in Spanien leben, sind wir viele Male nach Malaga und zurück nach Deutschland gefahren. Die Strecke ist circa 2500 km lang, und wir brauchen drei Tage, damit immer noch Zeit bleibt, Neues zu entdecken.

Kommentar von Ellen |

Ja, ich fahre auch gerne auf Spaniens Straßen. Vor allem im Landesinnern, weniger Menschen, vor allem weniger mitteleuropäische Touristen, viel Landschaft und Geschichte. Spanien ist auch hier nicht mehr unbedingt vormodern, aber man kann noch ein anderes Spanien als das der Küstenorte entdecken - etwas karger, zuweilen rauh und schön trocken und heiß im Sommer. Leider sind die Straßen in weiten Teilen zu gut, zu breit geworden, viele Umgehungsstraßen, so dass man die kleinen Dörfer und Städte kaum noch beim Durchfahren findet. Ganz besonders auffällig ist dies, wenn man im Norden per Auto versucht ein Stück des alten Pilgerweges zu entdecken. Wenn man dort nicht in die kleinen Orte fährt, dann entgeht einem eigentlich die ganze Atmosphäre, die ganze Spiritualität und natürlich entgehen einem auch viele Kunstwerke,die der Glaube hervorgebracht hat. Ja, ja, hier hat Europa mächtig zugeschlagen mit seinen Fördergeldern für den Straßenbau.

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