Fürst- Pückler- Park Bad Muskau als Weltkulturerbe

von Roma Szczocarz

Der Begriff des“ kulturellen Erbes“ geht auf Henri- Baptiste Gregoire, Bischof von Blois, aus dem 18. Jahrhundert zurück und wurde in der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten vom 14. Mai 1954 kodifiziert.

Die Besonderheit des Pückler-Parks

Der Muskauer Park, auf Polnisch Park Muzakowski ist der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil. Diese Perle der Gartenkunst liegt zu etwa einem Drittel in der sächsischen Stadt Bad Muskau, aber der größere Teil des Parks liegt östlich der Lausitzer Neiße und nördlich der Stadt Leknica (Lugknitz) in Polen. Zentrales Gestaltungselement des Parkgeländes ist das Neue Schloss Muskau, das nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel gebaut wurde.



 

Der Schöpfer des Parks - Fürst Hermann von Pückler- Muskau

Fürst_Pückler_in_moslemischer_Tracht.jpg


Am Anfang hatte der Standesherr von Muskau eine Idee, um die Stadt Bad Muskau zu verschönern. Wenig später realisierte er seine Idee, den Park anzulegen. Graf Hermann von Pückler- Muskau hat die Bürger von Bad Muskau aufgerufen, einen Landschaftspark zu gründen und ihn “durch einen herrlichen und großen Garten zu verschönern“. Graf Hermann von Pückler- Muskau ließ damals ein Dorf umsiedeln, um die Fläche zu erwerben. Ab 1815 unterstützte Pücklers Idee, einen Landschaftspark anzulegen, der bekannter Gartenkünstler Jacob Heinrich Rehder. 1817 arbeitete J. H. Rehder als Hauptgärtner und Spezialist für den Pückler - Park. Gleichzeitig haben die Arbeiten am Luciesee – so benannt nach Pücklers Frau - und der Hermannnsneiße begonnen. 1819 hat Karl Friedrich Schinkel ein modernes Projekt des Pückler - Parks entworfen. Kein Wunder, denn damals stammten fast alle Projekte von Architekten um Karl Friedrich Schinkel. Schinkel und seine Schüler dominierten das Bauwesen. Notabene -, das ist auch mein beliebter Architekt aus dem 19. Jahrhundert.
Zusammen mit dem Park entstanden eine Baumschule und eine sehr moderne Gastwirtschaft. 1820 wurden das “ Englische Haus“ und die Englische Brücke erbaut. Dann ging die Arbeit weiter. 1823 legte man im Park verschiedene romantische Wege an. Zwischenzeitlich entstand ein Bade - Park auf Initiative von Lucie von Pückler- Muskau. Interessant ist, dass die attraktiven Arten von Pflanzen und Bäumen aus der ganzen Welt kamen. Beispielweise: Im Jahr 1830 wurden die drei grossen ca. 20 Jahre alten kanadischen Pappeln und die 40jährige Blutbuche angepflanzt. Derzeit umfassen der Hauptpark 168 Hektar, der Bade- und Bergpark 89 Hektar. Eine interessante Initiative war, dass man das alte Brauhaus zur Orangerie umbaute.
Aber gut, positiv war nicht alles: interessante Projekte, die moderne Initiative, kreative Architekten und auch Gärtner mussten im Jahr 1845 aufgegeben werden. Die Familie Pückler musste auf Grund finanzieller Schwierigkeiten Muskau verkaufen. Hermann Pückler zog mit seiner Frau Lucie auf seinen Erbbesitz Branitz, wo er seine Leidenschaft weiterführte, einen Landschaftspark anzulegen.

Entwicklung und Vergrößerung des Parks


Die nachfolgenden Besitzer der Standesherrschaft Muskau haben auch“ etwas“ dazu beigetragen. Besonders Graf Traugott Hermann von Arnim- Muskau, der bis zum Jahr 1945, Besitzer der Standesherrschaft Muskau war. Im Jahre 1861 wurde die Fläche des Parks vergrößert und die Parkfläche umfasste 500 Hektar. Zwischen 1863 und 1866 wurden das Alte und das Neue Schloss als Kavaliershaus im Neorenaissencestil umgebaut. Alles nach den Entwürfen von den Baumeistern Strasser und Wentzel. Im Jahre 1901 hat man den Pücklerstein aus dem Arboretum auf den Hilkes Berg umgesetzt. Heutzutage befindet er sich auf der polnischen Seite des Parks. 1931 wurden 241 Hektar des Parks zum Naturschutzgebiet“ Muskauer Park“ erklärt.

 

Bild: Schloss_Muskau_Mitte_des_19._Jahrhunderts.jpg

Ein Park- zwei Teile


Nachdem die Potsdamer Konferenz die Lausitzer Neiße zur Grenze zwischen Polen und Deutschland erklärt hatte, befinden sich 370 Hektar des Parks auf polnischem und 200 Hektar auf deutschem Gebiet.

Auf dem Weg zum UNESCO- Weltkulturerbe


Im Jahre 1990 wurde der polnische Teil des Parks als Naturschutzgebiet erklärt. Im nächsten Schritt bekam der Park 1992 für den deutschen Teil offiziell den Namen“ Fürst- Pückler- Park Bad Muskau“ und ist jetzt Landeseigentum des Freistaates Sachsen. 1993 wurde dann die unselbstständige kommunale Stiftung“ Fürst-Pückler- Park“ des Freistaates Sachsen angelegt. Die Stiftung organisiert und realisiert die Aufgaben rund um das Pücklersche Erbe in Bad Muskau. Die gute Idee ist, dass die“ Fürst- Pückler- Region“, ein lokaler Zusammenschluss von Gemeinden an der Grenze zu Polen, zur Förderung des Kulturtourismus von der Stiftung des Parks aktiv unterstützt wird. Beispielsweise: Der Park ist für Besucher frei. 2001 wurde der Fürst- Pückler- Park in das erschienene “ Blaubuch“ aufgenommen. Am 2.Juli 2004 befand sich der“ Fürst- Pückler- Park Bad Muskau“ in der Liste des UNESCO- Weltkulturerbes.

Die Parke von R. M. Rilke


„ Leise von den Alleen
ergriffen, rechts und links,
folgend dem Weitergehen
irgendeines Winks,

trittst du mit einem Male
in das Beisammensein
einer schattigen Wasserschale
mit vier Bänken aus Stein.“

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