Emigration – Immigration – Migration

von Erna Subklew

So lange es Menschen auf Erden gibt, zogen sie auch umher. Die Gründe ihre Wohnorte und Unterkünfte zu verlassen, waren meist vielfältig. Der wichtigste Grund dürfte es sein, dass es an dem Ort, an den man bisher gewohnt hatte, keine ausreichende Ernährungsgrundlage mehr vorhanden war.

Migrare

Die Wörter Emigration, Immigration und Migration leiten sich vom lateinischen Verb „migrare“ ab, das so viel wie wandern, reisen aber auch auswandern bedeutet.
Durch eine Emigration, also Auswanderung, aus welchem Grund auch immer, wird der Emigrant zum Immigranten, also zum Einwanderer und durch die Migration werden aus Einwanderern Migranten, die meist in einem anderen Land wieder sesshaft werden.
Laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bedeutet der soziologische Begriff Migration: Formen räumlicher Mobilität von Individuen, die aus religiösen, ethnischen, politischen Gründen oder auf Grund der Arbeitssuche, wegen Stadt- oder Landflucht zunächst in die Binnenmigration gehen. Diese kann aber auch zum Verlassen des Landes oder sogar des Kontinents führen.

Formen der Migration

Gründe, die zu einer Emigration führten, waren vor allem das Verschwinden der Lebensgrundlage, um am ursprünglichen Ort überleben zu können, also rapides Anwachsen der Bevölkerung oder Klimaänderungen oder aber Kriegsfolgen.
Die in ein Land Eingewanderten begann man Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts als Immigranten zu bezeichnen, wobei man vor allem die Menschen so nannte, die der Arbeit wegen in ein anderes Land zogen.
Bei einer Einwanderung ist es wichtig zu wissen, ob das Land, in das man geht, ein Einwanderungsland ist oder nicht. Aufgrund der Einordnung legt das aufnehmende Land seinen Schwerpunkt fest, nämlich ob die Eingewanderten möglichst schnell integriert oder aber ob die Immigranten schnell wieder in ihr Herkunftsland geschickt werden können. Die klare Aussage der USA, Einwanderungsland zu sein, führte dazu, dass die Eingewanderten sich schneller integrierten und sich als Amerikaner und dem Land zugehörig fühlten.

Die Rote Revolution

Im November 1917 brach in Russland die Rote Revolution aus. Es kämpften die Bolschewiken gegen Gruppen von Demokraten, Sozialisten und weitere politische Gruppen. Nach anfänglichen Siegen der Weißen Armee unter den Generalen Koltschak, Below und anderen war die Weiße Armee den Bolschewiken bald ganz massiv unterlegen und verlor den Kampf. Die Bolschewiken erlaubten es den Weißgardisten nicht, nach Russland zurückzukehren. Diese Kämpfer suchten nun als Emigranten in den anderen europäischen Ländern Fuß zu fassen. Fast eine Million Menschen strömten vorwiegend in die Hauptstädte der europäischen Länder und fristeten da ihr kärgliches Leben. Ohne Unterstützung, ohne gültige Papiere verrichteten sie jede Arbeit und lebten weitgehend vom Verkauf der wenigen Habe, die sie mitgebracht hatten. Wohl denen, die reichlich Schmuck besaßen.

Der Nansenpass

1921 machte der Polarforscher Fritjof Nansen auf die katastrophale Lage dieser Heimatlosen aufmerksam. Es gelang ihm für diese Menschen einen Pass zu schaffen, der ihnen eine gewisse rechtliche Sicherheit gab. Dieses Dokument gab zunächst nur den russischen Emigranten eine gewisse rechtliche Sicherheit. In kurzer Zeit wurden 480.000 Pässe ausgegeben. Der Pass durfte zehnmal verlängert werden, bevor man sich für eine andere Staatsbürgerschaft entscheiden musste. Es war natürlich vor allem die des Landes, in dem man wohnte. Erst als Bürger eines Landes war man, wie unterschiedlich die Länder auch sein mochten, geschützt, kam man erst zu Privilegien.

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