Frankfurt hilft

von Erna Subklew

Seit Monaten kreisen die Gespräche der Menschen und die Inhalte der Medien um „die Flüchtlinge“. Meistens ist das Thema geprägt von den Strapazen, den langen Wegen, aber auch dem herzlichen Empfang durch die Bevölkerung. Dies veranlasste mich zu recherchieren, was meine Heimatstadt für die Flüchtlinge bedeutet

Frankfurt und die Fremden

Frankfurt gilt als moderne Stadt, die dem Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen ist. Von hier kommt der Begriff „multi-kulti“, hier gab es schon im Jahre 1976 für Kinder der „Gastarbeiter“ eine Vorbereitung auf den Schulbesuch, wurde jedes ausländische Kind „beschult“, sofern es das nötige Alter hatte und auch wenn es nicht unbedingt registriert war, hier gab es wohl das erste „Amt für multikulturelle Angelegenheiten“. Bei all dem bildeten sich in den Stadtteilen keine Straßenzüge, die vorwiegend von einer Ethnie bewohnt waren. Alles in allem eine gute Lösung. Zwar gab es schon in den 70er und 80er Jahren Schulen mit einem Ausländeranteil von über 70 Prozent, die Anzahl der Nationalitäten lag meist noch höher.
Im Rahmen der Flüchtlingswanderung aus Syrien hatte Frankfurt bis zum 31.01.2016 3750 Asylanten zugewiesen bekommen, daneben gab es noch 850 nicht registrierte Asylanten, die bekannt waren. Wie viele untergetauchte Flüchtlinge es gibt, kann man nicht erfassen. Von den Asylanten sind 2/3 vorwiegend jüngere Männer und 1/3 Frauen.
Nach dem Königssteiner Schlüssel muss das Land Hessen 7,3 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen, die in Deutschland Asyl beantragen.

Asylanten und ihre Herkunft

Laut Jura-Forum gelten folgende Personen als asylberechtigt:
Die in einem fremden Staat um Schutz und Aufnahme vor Verfolgung (z. B. politisch) erbitten. In einem Verfahren prüft das „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ gemäß dem Asylverfahrensgesetz (AsylVG), inwiefern
für den Asylbewerber ein Asylanspruch besteht,
eine Anerkennung des Asylbewerbers als Flüchtling gemäß „Genfer Flüchtlingskonvention“ (GFK) möglich ist,
Gründe gemäß § 60 Abs. 2 bis 7 AufenthGvorliegen (z. B. Lebensgefahr, Foltergefahr, drohende Todesstrafe), die eine Abschiebung des Asylbewerbers verhindern.

Das „Genfer Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“
Das Abkommen (28.07.1951, SR 0.142.30) berechtigt jede Person um Asyl zu bitten, die die Verfolgung der eigenen Person
aufgrund ihrer Rasse,
aufgrund ihrer Nationalität,
aufgrund ihrer Religion,
als Angehöriger einer spezifischen sozialen Gruppe,
aufgrund ihrer politischen Ansicht
rechtfertigen kann (Art. 1 GG).
Die Frankfurter Asylanten kommen aus folgenden Ländern: Afghanistan, Somalia, Eritrea, Syrien Albanien, Äthiopien, Pakistan, Iran.
Die Auflistung erfolgte aufgrund ihrer Anzahl.
Das Erstaufnahmelager (HAE) ist für Hessen in Gießen. Für 2016 erwartet man jeweils 250 Asylanten pro Woche.

Das Projekt „Frankfurt hilft“

Gemeinsam mit dem Sozialdezernat wurde in Frankfurt ein Projekt gegründet, in dem sich viele Firmen und Stiftungen einbringen:
-.Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft
- Die Cronstetten- und Hynspergische Stiftung
- Die Evangelische Stiftung. EKHN
- Die Albert und Barbara Metzler-Stiftung.
- Die Linsenhoff-Stiftung
- Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung,
- Die Grunelius-Stiftung,
- Die Deutsche Bank und die BHF-Bank
- Die FRAP-Agentur
Wie man sieht, hat sich fast alles, was Rang und Namen in Frankfurt hat, bei diesem Projekt engagiert. Gleichzeitig ist ein Fachbeirat gegründet worden, der alle Aktivitäten koordiniert. In ihm sind die AG Soziale Arbeit, AWO, Caritas, evangelische, jüdische und andere Gemeinden und viele Vereine vertreten.
Aber was wären sie alle ohne die vielen Ehrenamtlichen, die sich zur Verfügung stellen. Damit nach Möglichkeit wenig schief läuft, wurde neben der Registrierung der Interessierten auch gleichzeitig deren Fortbildung organisiert.

Wir helfen


Natürlich gibt es zu dem Projekt auch eine entsprechende Plattform. Dort kann man mehr über das Projekt und vor allem über Angebote und Nachfragen erfahren. Angebote auch in der Hinsicht, wie und wo man sich selber einbringen kann.
Was mich erstaunte, war die rege Nachfrage nach Kinderwagen. Bei den Erwachsenen sind es die Fahrräder, die besonders gefragt sind. Aber eigentlich kann man sagen, dass von der Babywindel bis hin zum Sprachkurs alles gebraucht wird. Geben Sie einfach „Frankfurt hilft“ ein und Sie erfahren alles, was Sie über das Projekt wissen möchten.

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