Ökumenische Nachbarschaftshilfe

Von Dietrich Bösenberg

Centerville – Nord ist Teil der Hinterlassenschaft der US – Armee, als sie die Stadt Augsburg und ihre dortigen Einrichtungen Ende der 1990er Jahre verließ.

Neuverwendung ehemaliger US – Kasernen

Die Stadt Augsburg hatte keine Schwierigkeiten, die ehemaligen Wohngebäude der US-Army im Stadtteil Kriegshaber sinnvoll weiterzuverwenden. Nach der Sanierung zogen bedürftige Familien aus aller Herren Länder, Flüchtlinge, Umsiedler usw. in die  großen, kostengünstigen Wohnungen.
Dabei war es unvermeidlich, dass hier Probleme aller Art zu Tage traten, handelte es sich doch um Menschen aus mehr als 40 Ländern, die oft keine Sprachkenntnisse hatten, geschweige denn vertraut waren mit der für sie komplett neuen Umgebung.

Ordensfrauen

Vor knapp 10 Jahren setzten zwei Schwestern des katholischen Ordens der Dillinger Franziskanerinnen eine Idee in die Tat um, eine geistliche Gemeinschaft mitten unter den Menschen zu gründen. Sie wollten den Auftrag ihres Ordens auf diese Weise erfüllen. Und so zogen sie in eine Wohnung in der sozial schwierigen Hochhaussiedlung, als Anlaufstelle für die fast 1000 Menschen, die hier leben. Die meisten von ihnen sind keine Christen, sondern überwiegend Muslime.

Nachbarschaftshilfe

Täglich werden sie von vielen Menschen mit den verschiedensten Nöten und Sorgen aufgesucht, von schwierigen Behördengängen, finanziellen Fragen bis zu familiären Problemen. Nicht selten sind es Kinder und Jugendliche aus zerrissenen Familien, Trennungssituationen, Alkoholproblemen oder einfach mentalitätsbedingten Alltagssorgen. Auch alleinerziehende Mütter, allein gelassene Kinder von berufstätigen Eltern, kranke Personen u.v.m stehen immer wieder vor der Tür. Für alle haben die Schwestern ein offenes Ohr. In freundlicher, beruhigender Atmosphäre wird gerne Kaffee, Tee oder ein anderes Getränk angeboten und dabei nach Lösungen für die Fragen gesucht.
Wichtigstes Element der Tätigkeit der Schwestern ist ihre Art der nachbarschaftlichen Hilfe. Nicht gelegentlich als von oben herab empfundene Angebote gehen von ihnen aus, sondern unmittelbare aktive Bemühung um Hilfe oder Weitervermittlung an entsprechende Stellen zeichnet sie aus.

Ökumene

Die anfangs aus zwei Schwestern bestehende Gemeinschaft hat sich inzwischen erweitert. Nicht nur Interessierte anderer katholischer Orden oder Praktikantinnen sind hinzugekommen, sondern auch zwei evangelische Schwestern der Christusbruderschaft Selbitz wohnen in der Gemeinschaft. Sie arbeiten begeistert mit bei der hier praktizierten nachbarlichen Lebenshilfe ohne Ansehen der Person.
Eine Beschäftigung mit der unten als podcast stehenden Sendung des Bayerischen Rundfunks ist sehr zum empfehlen.

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